NATURPARK DER STADTUMGEBUNG VON OVIEDO

STÖRCHE FÜR OVIEDO

DAS PROJEKT

FAPAS ist dabei, eine Reihe von Programmen zur Verbesserung der asturianischen Fauna zu entwickeln. Hierbei wird er vom GREFA unterstützt, einer Vereinigung, die über ein grosses Zentrum für die Pflege und Aufzucht verfügt, ergänzt durch diverse Aktivitäten zur Umwelterziehung sowie Werbekampagnen für den Umweltschutz. Viele der Aktivitäten zum Schutz von Naturräumen in mehreren Verwaltungsbezirken haben grosse Erwartungen in der Öffentlichkeit geweckt.
Der wichtigste Aspekt hierbei ist jedoch möglicherweise das langfristige Studium der Biologie und Ökologie einiger Arten der iberischen Fauna, um die Naturräume zu schützen, in denen die beobachteten Tierarten leben.
In diesem Rahmen bewegt sich dieses Projekt für die Stadt Oviedo, so wie es in anderen Verwaltungsbezirken schon seit Jahren durchgeführt wird, und dabei geht es um eine der attraktivsten Tierart unserer Dörfer: Es ist der Weisstorch (Ciconia ciconia), dessen Biologie und Schutz in letzter Zeit grosses Interesse geweckt hat.
Die Arbeit des GREFA mit dem Weisstorch beginnt Mitte der Achtziger Jahre mit der Anbringung von Nisthilfen in mehreren Dörfern von Madrid, Castilla und León. Danach wurde mit der Wiedereinbürgerung in Katalonien und im Norden von Kastilien und León begonnen, und schliesslich brachte man Weisstörche in die Provinz Ourense, um die Art wieder in Galizien sesshaft zu machen.

BESCHREIBUNG DER ART

Grosse schwarz-weisse Vögel, mit langem Schnabel und Beinen, rot bei erwachsenen und schwarz bei Jungtieren, die im Januar-Februar aus Afrika nach Spanien kommen, um im Juli die Rückreise in den Süden anzutreten.

Das Männchen kommt gewöhnlich als erstes zum Nest. In unserem Land brütet der Weisstorch einzeln oder in Brutkolonien an hochgelegenen Stellen, wobei er jedes Jahr dasselbe Nest benutzt. Nahrung findet er auf Wiesen, Äckern und an Flussläufen und Bächen. Für ihre Wanderungen vereinigen sie sich zu grossen Schwärmen. Das grosse Nest besteht aus ineinandergeflochtenen Zweigen und anderen Materialien und kann bis zu 600 kg wiegen. Im März werden fünf Eier gelegt. Der Weisstorch kann bis zu zwanzig Jahre alt werden, er wiegt 3 bis fünf Kilos und ernährt sich hauptsächlich von Abfällen, Insekten, Amphibien und Reptilien. Die Jungtiere verlassen das Nest nach 50 bis 60 Tagen.

Die heutige Verbreitung der Art umfasst Spanien, Holland, das Elsass, Südschweden und Dänemark bis zur russischen Ukraine, vom finnischen Golf bis zum Balkan, Türkei, Irak und Norden und Westen Irans. Er nistet ausserdem in Marrokko, Algerien und Tunesien bis zur Südspitze der Kap- Halbinsel. Überwintert wird hauptsächlich im tropischen Afrika bis zur Kapprovinz. In vielen seiner Verbreitungsgebiete erleidet er einen deutlichen Populationsrückgang.

In unserem Land nistet er hauptsächlich in der westlichen Hälfte, ausgenommen sind ein Teil der kantabrischen Region und der Mittelmeerbereich. Auf den spanischen Inseln brütet er nicht. Jedes Jahr überwintern mehr Weisstörche in ihrem Brutgebiet. Das grosse Ziel besteht in der Wiederbesiedlung aller ehemaligen Weisstorchgebiete in Spanien.

Der Bereich Asturiens ist relativ abgelegen vom Hauptvorkommen der iberischen Weisstorchpopulation, jedoch von grossem ornithologischen Interesse und einer bedeutenden Avifauna.

Die Wiedereinbürgerung des Weisstorches, der neuerdings wieder zu nisten beginnt, kann nur zur Aufwertung dieser ornithologischen Bedeutung beitragen.

Vorkommen und Brutnachweise dieser Art in Asturien sind recht unbeständig, und im Laufe der letzten Jahre wurde der Weisstorch, ausser in Somiedo, hier eher selten beobachtet. Nachgewiesen wurden mehrere Nester oder Versuche, Nester anzulegen, wie in Oviedo, Villamayor oder Teverga

DAS ARBEITSGEBIET


Für das Einbürgerungsprojekt der Störche wurden die Flusschleifen von Priañes an der Einmündung des Flusses Nora in den Nalón ausgewählt.

ZIELE

Zur Umsetzung dieses Programmes sind Abkommen für die Zusammenarbeit mit Universitäten, wissenschaftlichen Instituten und anderen Organisationen unterzeichnet worden.

A) Wiederansiedlung des Weisstorches mittels Wiedereinführung von Individuen im Verwaltungsbezirk Oviedo, und zwar im Gebiet der Flusschleifen des Priañes, und Gewährleistung der Lebensgrundlage einer grösstmöglichen Zahl von Brutpaaren und Gastpaaren durch Erhaltung ihres Naturraumes und ihrer Nahrungsgrundlage. Dazu ist es wichtig, den natürlichen Zuzug durch Anlockung weiterer Exemplare durch die künstlich eingeführten Tiere zu ermöglichen, denn schliesslich gibt es in Asturien bereits zahlreiche Zonen, deren Habitat ideale Lebensbedingungen für den Weisstorch bietet. Mittels konkreter Massnahmen wie der Anbringung von Plattformen oder Kunstnestern, Futterplätzen usw. kann die Ausbreitung der Art im Verwaltungsbezirk von Oviedo unterstützt werden.

B) Reduzierung lebensgefährdender Faktoren für den Weisstorch wie die Verwendung von Giften, Hochspannungsleitungen oder Umweltveränderungen. In diesem Zusammenhang sind die sorgfältige Pflege und Gesundheitskontrolle der in das Wildtierkrankenhaus des GREFA eingelieferten Tiere wichtig, sowie das Studium der häufigsten Vergiftungsfälle, von Infektionen und Parasitenbefall, um die so gewonnenen Kenntnisse für die Arbeit mit den Wildtierpopulationen nutzen zu können. Ausserdem ist es erforderlich, die Lebensgewohnheiten der Tierart zu beobachten, um die Möglichkeiten der Besiedlung neuer Gebiete in Galizien beurteilen zu können, die derzeit keine Brutgebiete sind.

C) Sensibilisierung der Bevölkerung zum Einen im Gebiet der Wiedereinführung (hauptsächlich in Priañes und Umgebung) mittels einer breit angelegten Informationskampagne in Form von Gesprächsrunden, Vorträgen und Ausstellungen, um damit einen möglichst grossen Personenkreis zu erreichen und so die Erhaltung und die Respektierung des Weisstorches zu gewährleisten. Wichtig sind auch Informationskampagnen zur Sensibilisierung in den Schulen Oviedos unter Hervorhebung der Vorteile, die die Erhaltung dieser Tierart für das Zusammenleben mit dem Menschen bietet. Das alles hat zum Ziel, allen Bürgern die Möglichkeit zu bieten, beim Schutz des Weisstorches mitzuwirken.

ARBEITSWEISE DES WILDTIERKRANKENHAUSES

Einer der bemerkenswertesten Beiträge für das Projekt "Störche für Oviedo" liefert die Arbeit des Wildtierkrankenhauses in Majadahonda, die unmittelbar nach der Einlieferung des Stelzvogels mit der medizinischen Untersuchung beginnt und mit der nachfolgenden Behandlung bis zur Genesung fortgesetzt wird. Besondere Beachtung wird hier dem Grund der Einlieferung gewidmet, dazu wird der Eingang jedes Exemplares sorgfältig registriert.

Die Behandlung und Gesundheitskontrolle obliegt einem Arbeitsteam des GREFA mit Schwerpunkten auf der Blutanalyse und biochemischen Untersuchungen. Andere Arbeitsgruppen widmen sich der Überwachung der Infektionskrankheiten und des Parasitenbefalls, wobei routinemässige Untersuchungen vom Ausmass des Parasitenbefalls und der Wirkung von Behandlungsmethoden gegen Parasiten erfolgen. Ausserdem werden mit Hilfe mikrobiologischer Analysen Proben auf Tuberkulose und zur Registrierung von kranken oder Überträgertieren vorgenommen. Bei Bedarf werden Proben zur toxikologischen Behandlung und Untersuchung durchgeführt. Mit Hilfe der Entnahme und Analyse von Blutproben erfolgen Geschlechtsbestimmungen.

Die für das Wiedereinbürgerungsprogramm in Oviedo bestimmten Weisstörche werden untersucht und behandelt werden, um das Überleben der Vögel nach ihrer Freilassung zu gewährleisten.

DAS TRAINING

 

Die Massnahmen zur Auswilderung bestehen darin, die Weissstörche im Freiland zur Kräftigung ihrer Muskulatur zu trainieren, um ihr Flugvermögen zu verbessern. Bei Bedarf wird ausserdem ihr Gefieder mit warmem Wasser gereinigt, neue Federn eingefügt und Schnäbel und Krallen zurechtgefeilt. Es hat sich gezeigt, dass vorher trainierte Tiere nach ihrer Auswilderung besser zurechtkommen.

Jetzt ist der Moment der Beringung mit den offiziellen und den wissenschaftlichen Ringen aus PVC der Biologischen Station von Doñana gekommen, um sie in weit entfernten Orten wiedererkennen zu können.

 

FREILASSUNG

Wir messen dem Ort der Freilassung die gleiche Bedeutung zu wie der Form, in welcher diese zu erfolgen hat. Begonnen wird einerseits mit der unmittelbaren Freilassung einiger Jungtiere nach ihrer Wiederherstellung im GREFA, zum Anderen wird das Gros der Jungvögel in einer Auswilderungsvoliere an das ausgewählte Habitat gewöhnt und darauf geprägt, d.h. in diesem Fall auf die Flusschleifen des Priañes, einem baumarmem, aus der Luft gut erreichbarem und überschaubarem Gelände, was die Beobachtung der Weisstörche nach ihrer Freilassung erleichtert. Ein Teil der Störche kann im Beisein der Bürger und besonders der Kinder freigelassen werden. So können zum Beispiel Schulen zur Teilnahme an diesen Aktionen zur Umwelterziehung eingeladen werden. Ausserdem ist es wichtig, stets die öffentlichen Medien auf dem Laufenden zu halten und insbesondere dem Moment der Freilassung beizuwohnen, um dieses Ereignis so zur Erläuterung und Bekanntmachung des Projektes in der Öffentlichkeit nutzen zu können.


Ein Auswilderungsvoliere, 10mx5m mit Holzgerüst, wird im Flusschleifengebiet der Wiedereinbürgerung errichtet werden. Darin werden sich vier nicht mehr flugfähige Störche befinden, die aus der Auswilderungsvoliere heraus für die freigelassenen Tiere als Anreiz zum Bleiben dienen sollen.

BEOBACHTUNG

Das ist notwendig, um den Erfolg der Pflegemassnahmen und Auswilderung zu überprüfen und die Anpassung und Bindung an den Ort der Wiedereinbürgerung zu beobachten. Daneben wird eine kontinuierliche Beobachtung der Tiere durchgeführt mit dem Ziel, den Kenntnisstand zu erweitern hinsichtlich der Fähigkeiten der Art zur Besiedlung neuer Lebensräume, ihres Tagesrythmus, ihrer Integration in das Gebiet, Nutzung des Habitats usw. Schwieriger wird die Beobachtung, wenn die freigelassenen Störche beginnen, grössere Entfernungen zurückzulegen, weil sich dadurch der Aktionsradius des Arbeitsteams stark vergrössert. Die Arbeitsgruppen werden aus Mitgliedern des Zentrums zur Wiederherstellung des GREFA, des FAPAS, dem Umweltamt, sowie Vereinen und Freiwilligen, die sich dem Projekt "Störche für Oviedo" anschliessen, gebildet werden. Diese Form der Beobachtung ermöglicht die Verstärkung schwacher Populationen oder die Wiedereinführung in Gebieten, in denen die Art schon seit längerer Zeit erloschen war, ausserdem erhalten wir so mehrere Informationen über die Ausbreitungsrichtungen. An der Beobachtung der Jungvögel, ihrer Ernährung und Überwachung können die Jugendlichen der Region teilnehmen und sich so für den Schutz dieser Tierart engagieren. Dies ist ausserdem wichtig, um die Bürger für die Erhaltung der Störche in Asturien zu gewinnen. Die Ausbreitung selbst erfolgt zum erstenmal beim Flüggewerden des Nachwuchses oder in unserem Falle im Gebiet der Freilassung. In diesem Moment muss sich zeigen, welche Richtung der Jungvogel einschlägt und welche Gebiete er bevorzugt.

ERNÄHRUNG

Der Erfolg der Nahrungssuche der Störche in der Umgebung der Freilassung ist ein wichtiger Gesichtspunkt für die Bindung der Tiere an den Lebensraum. Es ist wichtig, eine Zeitlang zusätzliche Nahrung in der Nähe des Auswilderungsgeheges als Attraktion für die bereits freigelassenen Tiere anzubieten. Die Nahrungsmenge muss dann allmählich in dem Masse reduziert werden, in dem die Tiere ihren Aktionsradius erweitern.

Mit Hilfe der kontinuierlichen Beobachtung der Tiere werden die natürlichen Nahrungsquellen bekannt, die von den an den Flusschleifen des Priañes freigelassenen Tieren aufgesucht werden.

FÜTTERUNG

Um die Standorttreue der wiederangesiedelten Tiere zu fördern, ist eine tägliche Zusatzfütterung notwendig, damit weite Ausflüge der Störche während der Auswilderungsphase vermieden werden. Das bedeutet also, wenn die Störche nach 10 Tagen in der Auswilderungsvoliere freigelassen werden, müssen wir im Gebiet weiterhin Futter anbieten. Wichtig ist es ausserdem, im Bereich der Nistplattformen zu füttern, die von den freigelassenen Störchen in der Regel angenommen werden, und zwar sowohl von den direkt freigelassenen als auch von den vor der Freilassung eingewöhnten Tieren. Sowohl die Herkunft als auch die Wanderroute der Mehrzahl der Besucher der hauptsächlich am Stausee angelegten Futterplätze werden registriert.

Um die Information über die Ernährung zu vervollständigen, wird der Moment der Auswilderung der Störche genutzt, um festzustellen, dass weitere freilebende Störche ebenfalls die Futterplätze aufsuchen. In diesem Sinne kann die Einrichtung eines Futterplatzes zu dieser Jahreszeit (Juli-August) einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung der Umgegend leisten.

Die Fütterung ist unverzichtbar nicht nur für die nicht mehr flugfähigen Tiere und die Jungvögel, die in der Auswilderungsvoliere auf ihre Freilassung warten, darüberhinaus müssen zwei weitere Stellen in der Umgebung ausgewählt werden, wo die bereits freigelassenen Tiere Nahrung finden

KAMPAGNE ZUR BEWUSSTSEINSBILDUNG

Gleichzeitig mit der Umsetzung des Programmes "Störche für Oviedo" sind eine Reihe von Gesprächsrunden und Ausstellungen vorgesehen, um die Situation des Weisstorches in seinen Verbreitungsgebieten zu veranschaulichen, und zwar mit besonderer Erwähnung des Projektes seiner Wiedereinführung im Verwaltungsbezirk Oviedo, allerdings wird es in dieser ersten Phase mehr um Information und Bekanntmachen als um Umwelterziehung gehen. Wir dürfen niemals vergessen, dass die Sensibilisierung durch Heranführen der Bevölkerung an die Natur einen der greifbarsten und wirkungsvollsten Bestandteile eines jeden Landschafts- oder Artenschutzprojektes darstellt. Bei dieser Kampagne wird über die Verbreitung und Gefährdung des Storches sowie über notwendige Massnahmen zu seinem Schutz informiert werden. Die Lichtbilder- und Videovorträge werden sowohl direkt vor Ort als auch in den grossen Städten gehalten werden, wo letztendlich die Entscheidungen zur Erhaltung dieser Tierart getroffen werden.

WANDERAUSSTELLUNG

Die Vorbereitung und Verwendung einer "thematischen Wanderausstellung" über den Weisstorch hat das Ziel, der Bevölkerung die Biologie, Ökologie, Schutz sowie Besonderheiten dieser Vogelart näherzubringen. Damit soll sowohl in Schülern aller Altersgruppen als auch in ihren Eltern die Fähigkeit zur Beobachtung gefördert werden. Mit einer Wanderausstellung erreichen wir zunächst einmal mit Sicherheit ein breites Publikum. Darüberhinaus können weitere Aspekte des Landschaftsschutzes und die Tierarten des Gebietes miteinbezogen werden.


 

 

www.fapas.es/de/

FAPAS