Rastro en la nieveDER BRAUNBÄR UND DIE JAHRESZEITEN


La vida de los osos cambia al ritmo de las estaciones. En otoño acumulan grasas para pasar el invierno adormecidos en el interior de la osera, en primavera tienen que recuperar energías e instruir a los oseznos, mientras que en verano buscan pareja y se refugian en los rincones más frescos del bosque.

Das Leben der Braunbären wechselt im Laufe der Jahreszeiten. Im Herbst bilden sie Fettreserven, um den Winter im Inneren der Höhle zu verschlafen, im Frühjahr müssen sie neue Kräfte sammeln und die Jungtiere erziehen, während sie im Sommer auf Partnersuche gehen und sich in die kühlsten Winkel des Waldes zurückziehen.

           von Gerardo Caussimont (FIEP) und Roberto Hartasánchez (FAPAS)
    

Die Pyrenäen und die Kantabrische Gebirgskette überziehen den gesamten Norden der Iberischen Halbinsel in Form einer fast 900 Kilometer langen Gebirgsformation, die das kantabrische mit dem Mittelmeer verbindet und Spanien von Frankreich trennt.

In diesem weiten Gebiet überleben die letzten Populationen des Braunbären der Halbinsel, die vor kaum 300 Jahren noch untereinander in Verbindung standen. Heute sind alle Braunbärbestände voneinander isoliert. Somit also überleben die letzten Braunbären zum Einen in der Kantabrischen Gebirgskette bis hin zu den galizischen Ancares im Westen, und zum Anderen in den Pyrenäen, im Bereich Navarras, Aragóns und Frankreichs. Es gibt keine anderen Zufluchtsmöglichkeiten mehr für dieses symbolträchtige Säugetier, welches wegen der Verfolgung durch den Menschen die Ebenen und Mesetas verlassen hat, um im Gebirge Zuflucht zu suchen.

Ganz im Norden der Täler von Aragües, Hecho und Ansó (Huesca) und in den Hochtälern des französischen Bearn befinden sich die letzten Rückzugsgebiete der pyrenäischen Bären. Im Tal von Roncal (Navarra) erscheint er heutzutage nurmehr sporadisch. In den kantabrischen Bergen liegt sein besten Refugium in den Jagdreservaten von Saja, Fuentes Carrionas und Riaño (östliches Vorkommen) und in Somiedo und den Ancares (westliches Vorkommen).


Der Bär ist ein regelrechter Bioindikator hinsichtlich der Qualität des Naturraumes. Wo Bären leben, dort gibt es eine reiche Flora und Fauna.                                                                              Der Bär lebt nicht nur im Hochgebirge, sondern nutzt auch die Talgründe, Wälder und Weiden, wobei er sich im Bereich von 900 Meter (500 Meter auf der französischen Nordflanke) bis zu 2.000 Metern Höhe bewegt. Im kantabrischen Bereich kommen die Bären sogar in meeresnahe, etwa 200 Meter hohe Gebiete, wohin sie über Waldpfade entlang der Talhänge gelangen. Sowohl in den Pyrenäen als auch in der Kantabrischen Gebirgskette ist das Leben des Bären eng an die Anwesenheit des Menschen gebunden.

Bis Mitte dieses Jahrhunderts lebten in der gesamten pyrenäische Gebirgskette etwa 70 Bären, derzeit überleben dort jedoch nurmehr acht Individuen. Die Lage der kantabrischen Population ist etwas hoffnungsvoller, hier gibt es noch 60 bis 80 Exemplare, obwohl auch hier der Rückgang rapide gewesen ist. Noch Ende des letzten Jahrhunderts lebten hier schätzungsweise mindestens tausend Bären.

Die Bären wiegen 80 bis 300 Kilos und werden 25 bis 30 Jahre alt. Ihr Fell variiert von weisslichen bis dunkelbraunen Farbtönen, je nach Individuum und Alter. Seine Hauptaktivität ist die Nahrungssuche, hier verlässt er sich auf seinen Geruchssinn und auf ein ausgezeichnetes Gehör, denn Sehen kann er besonders nicht gut. Beim Gehen setzt er die ganze Fussohle auf, was ihm die Bezeichnung Sohlengänger eingetragen hat. Dank seiner mächtigen Krallen klettert, reisst, greift und jagd er mit Leichtigkeit. Mitunter richtet er sich auf, meistens wenn er erschreckt wird oder einschüchtern will.

FRÜHLING

Im Frühjahr erwacht der Bär nach langem Winterschlaf, den er dank siner Fettreserven überstanden hat. Der Anstieg der Temperaturen und die Schneeschmelze haben ihn aufgeweckt. Draussen vor der Winterhöhle erwacht das Leben erneut in dem Masse, wie der Schnee schmilzt.
espalda.jpg (14482 bytes)Im April und Mai ist das Futter noch knapp, so dass er den grössten Teil seiner Zeit damit zubringt, sein Territorium nach Nahrung abzulaufen. Er ist sehr aktiv und erweist sich als unermüdlich auf seinen langen Wanderungen. Dies ist die günstigste Zeit, um Zeichen seiner Anwesenheit zu entdecken. Ausserdem ist es wegen der Feuchtigkeit der geeignetste Augenblick, um seine Aktivitäten zu verfolgen. Mittels Beobachtung von Trittsiegeln und Indizien seiner Lebensäusserungen ist ein Netz von Naturfreunden und Wildhütern in Spanien und Frankreich seit Jahren dabei, die pyrenäische und die kantabrische Braunbärpopulation zu studieren.

Die Beobachtung ermöglicht es, die Zahl der Bären und ihr Verbreitungsgebiet zu bestimmen, ausserdem können so die Orte ihrer wichtigsten Aktivitäten lokalisiert werden (Fortpflanzung, Ernährung, Ruhe). Eine der verwendeten Methoden besteht im Ausmessen von Trittsiegeln. Ein anderes Verfahren beruht auf der genetischen Unterschung der Wurzeln von Haaren, die sie an den Orten hinterlassen, wo sie sich aufhalten. Diese Beobachtung ist unverzichtbar, um die Lebensräume des Bären zu schützen und eine Politik der Erhaltung und Wiederherstellung der Art in den Pyrenäen sowie in der Kantabrischen Gebirgskette zu verfolgen.

 Ebenfalls im Frühjahr beginnt der Einzelgänger Bär sein soziales Leben. Er scheuert sich an den Bäumen, um sein Revier zu markieren, in dem er jede noch so kleine Nahrungsquelle kennt, all das hat er seinerzeit in Begleitung seiner Mutter gelernt.

In den pyrenäischen Buchenwäldern ernährt sich der Bär von Luzula und Bucheckern, während er in den kantabrischen Eichenwäldern die Eicheln verzehrt, die sich unter der Schneedecke erhalten haben. Woher wissen wir, wovon er sich ernährt? Durch Analyse seiner Losung und durch das Achten auf seine Futterreste.

Er sucht Insektenlarven im Holz vermoderter Stämme und verzehrt Farne und Pflanzenknospen. Er ist ein Opportunist und sehr gut an die Bergregion angepasst. Er ist imstande, den Kadaver eines Damtieres oder einer Gams mit Zweigen und Schnee abzudecken, um Tage später zum Verzehr zurückzukehren.

Er weiss auch, wo die Vorräte an Wurzelknollen zu finden und zu plündern sind, die die Feldmäuse im vorangegangenen Sommer angelegt hatten. Der Bär ist ein Allesfresser mit einer sehr abwechslungsreichen Ernährung, die zu 90% aus pflanzlicher Nahrung und Insekten besteht. Zu jeder Jahreszeit passt er seine Nahrungssuche an die Möglichkeiten an, die ihm das Bergland bietet, darum benötigt er Bereiche, in denen er ungestört und in Ruhe sein Futter suchen kann. Am Ende des Frühjahres gibt der Schnee die Weiden frei, der Auerhahn bereitet sich auf die Balz vor und die Murmeltiere erwachen. Das Vieh kehrt aus den Tälern zurück oder verlässt die winterlichen Aufstallungen.
In den Bergen ist die heutige Landschaft Folge der menschlichen Einwirkung. Der Bär und die gesamte Wildfauna teilen sich das Weideland und die Wälder mit dem Menschen und seinem Vieh und bilden so ein kompliziertes Ökosystem, in dem von den Pflanzenfressern bis hin zu den aasfressenden Vogelarten alle eine Funktion in der Kette des Lebens haben.

 Unterdessen ist die Bache im Wald emsig damit beschäftigt, Futter für ihre Frischlinge aufzustöbern. Der Auerhahn sucht seinen Balzplatz auf, um die Aufmerksamkeit der Auerhennen zu gewinnen.

Dann im Mai verlässt die Bärin ihre Höhle, begleitet von ein oder zwei Jungtieren, die mitten im Winter unter Tage geboren wurden und auf Kosten der Reserven ihrer Mutter gelebt haben, die sie gesäugt hat, während draussen ein Überleben unmöglich war.

Am Ende des Frühjahres, wenn die Bärenjungen etwa fünf Kilos wiegen, beginnt eine sorgfältige Unterweisung, während der ihre Mutter sie alle Nahrungsmöglichkeiten und die Gefahren ihres Lebensraumes lehrt. Dieser Unterricht dauert zumindest, bis die Jungen anderthalb Jahre alt sind, danach werden sie selbständig. Im ersten Lebensjahr ist die natürliche Sterblichkeitsrate meistens sehr hoch.  Wenn die jungen Bären im Alter von ungefähr fünf Jahren geschlechtsreif werden, gehen sie im Juni und Juli auf Partnersuche. Dazu markieren sie die Bäume, um Signale zu hinterlassen, mit deren Hilfe sie einander lokalisieren, vorausgesetzt sie können sich in ihrem Lebensraum frei bewegen. Sowohl die Bären als auch die Bärinnen sind polygam und können sich mehrmals mit unterschiedlichen Partnern paaren. Nach einigen Tagen Gemeinsamkeit trennen sich Bär und Bärin.

Die befruchtete Eizelle entwickelt sich nicht vor dem Herbst , dies erklärt die Geburt erst im Januar von ein oder zwei Jungtieren im Inneren der Winterhöhle. Zu Anfang ihres Lebens sind die Jungen rattengross, blind, nackt und wiegen kaum 350 Gramm. Die Bärin säugt sie unter Tage während ihres ersten Lebensjahres. Im Dezember ziehen sich Mutter und Jungbären erneut in die Winterhöhle zurück, um dort ihren zweiten Winter zu verbringen.

 Im darauffolgenden Frühjahr trennen sich die nun herangewachsenen Jungtiere von ihrer Mutter, die Geschwister jedoch leben noch weiterhin ein paar  Monate lang zusammen. Ab diesem Zeitpunkt verpaart sich die Mutter erneut, die Zeitintervalle zwischen den Würfen können jedoch zwischen zwei und vier Jahren schwanken, je nach Dauer der Aufzucht der Jungen, der Verfügbarbeit männlicher Bären und dem Nahrungsangebot im Herbst, welches ebenfalls den Fortpflanzungserfolg beeinflusst.

SOMMERConopodio
Zu Beginn des Sommers geht der Bär nicht nur auf Partner- sondern auch auf Futtersuche. Auf Waldlichtungen und auf Almen gräbt er die Pflanzendecke nach Wurzelknollen einer Pflanze (Conopodium majus) von der Grösse einer Haselnuss um, die nährstoffreicher als eine Kartoffel ist. Ausserdem verzehrt er an Fluss- und Bachläufen Kräuter und Gräser. Der Sommer ist die üppigste Jahreszeit für ein hauptsächlich vegetarisch und von Insekten lebendes Tier. Der Bär hält sich jetzt vor Allem in Kiefern-, Buchen-, Fichten- sowie Eichenwäldern auf, hier findet er Nahrung, Erfrischung, Wasser und Ruhe. Da er den Wald kaum verlässt, ist seine Anwesenheit jetzt noch schwerer nachzuweisen. An heissen Tagen geniesst er ein Bad in einem Bach.

Wenn der Sommer sehr heiss ist, durchstreifen die Bären die kühlen Wälder der Nordhänge, wo sie eine Vielzahl von Wildfrüchten wie Vogelbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, und Brombeeren verzehren. Die Bergökosysteme bieten dem Bären eine ausserordentlich reiche Vielfalt an Nahrungsquellen.                         Er verzehrt auch Ameisen samt ihrer Brut, wozu er seine ausgezeichneten Fähigkeiten nutzt: Geruchssinn, Kraft, aber auch Geschicklichkeit. Auf aufgegebenen Weideflächen oder an Waldrändern und auf Lichtungen findet er seine hauptsächliche Sommernahrung - Blaubeeren, Himbeeren, Walderdbeeren, all das erkennt der Naturfreund aus seiner Losung. Bis zum Ende des Sommers gibt es reichlich Nahrung im Wald: Haselnüsse, Holzäpfel, Brombeeren u.a.m. 

Buscando hormigueroWährend der heissesten Stunden legt sich der Bär an den kühlsten Stellen des Waldes zur Ruhe nieder, und dabei hinterlässt er stets ein paar Haare an seinem Ruheplatz zurück, deren Bedeutung zum Erfassen der individuellen Aktivitäten und Eigenschaften eines Bäres bereits erläutert worden ist.

Im Sommer ist es auch, wenn die grossen Schaf- und Rinderherden auf den Almen des Hochgebirges weiden. Da hier wenig zu tun ist und ausserdem die Mahd in den Tälern zu verrichten ist, bleibt das Vieh mitunter allein auf den Bergweiden. Der Bär ist ein Opportunist und möglicherweise nutzt er einen nebligen Tag oder die Nähe zu einem Wald, um Schafe in den Pyrenäen oder ein Fohlen in der Kantabrischen Gebirgskette anzugreifen. Ebenso wie der Mensch muss der Bär seine Nahrung vielseitig gestalten und von Zeit zu Zeit Fleisch zu sich nehmen. Die kantabrische und Wildfauna der Pyrenäen bietet derzeit keine derart leichte Beute wie Schafe und Fohlen. Jedoch besteht die Nahrung eines Bären nur zu 6 bis 8% aus Hausvieh, das ist weniger als das, was der Mensch prozentual an Fleisch verzehrt. Die Bären fügen dem Vieh weniger Schaden zu als wildernde Hunde. Ausserdem zahlt die öffentliche Hand heutzutage ordnungsgemäss Entschädigungen für durch Angriffe des Bären verursachte Schäden und Belästigungen des Viehs. In den französischen Tälern werden bei Anwesenheit des Bären ausserdem besondere Hilfsmassnahmen als Ausgleich für die Hirten eines Bärenlebensraumes geleistet (Beförderung per Hubschrauber, Funktelefone).

A comienzos del verano, el oso no solo busca pareja sino que también busca comida. En los claros del bosque y en los pastos supraforestales, escarba el pastizal para desenterrar los tubérculos de una planta, el conopodio (Conopodium majus), del tamaño de una avellana y con más poder nutritivo que la patata. Además, en la ribera de ríos y arroyos consume hierba y gramíneas.El verano es la estación de la abundancia para un animal esencialmente vegetariano e insectívor. En esta época, el oso vive sobre todo en el bosque de pinos, hayas, abetos y robles, donde encuentra alimento, frescor, agua y tranquilidad. Como sale poco del bosque, su presencia es todavía más dificil de detectar. Cuando hace calor, le encanta bañarse en los arroyos.

HERBST

Ab Ende September werden die Tage kürzer und die Temperaturen gehen zurück: Der Herbst kündigt sich an. Der Herbst ist die für das Überleben des Bären entscheidende Jahreszeit, jetzt muss er Fettreserven anlegen, um den Winterschlaf und die Fortpflanzung zu überstehen. Das Nahrungsangebot schwankt jedoch von Jahr zu Jahr. Es gibt verschiedene Nahrungsquellen und die sind mitunter weit voneinander entfernt, daher braucht er Bewegungsspielraum und Ruhe dort, wo er sein Futter findet.

 

Die Trockenfrüchte -Haselnüsse, Bucheckern, Eicheln (in beiden Gebirgsketten) und Kastanien (im kantabrischen Bereich)- und in geringerem Ausmass die saftigen Früchte -Birnen und Holzäpfel- bilden die Hauptbestandteil der Nahrung für den Bären. Buchen, Eichen und Kastanien sind die wichtigste Nahrungsquelle im Herbst, wie aus der Analyse der Losung hervorgeht. Die Eichel ist das reichhaltigste und das bevorzugte Futter für den Bären. Allerdings sind die Eichenwälder besonders in den Pyrenäen selten, und in manchen Jahren gibt es keine Eichelmast. Der Bär liest sie vom Boden auf oder klettert mitunter auf die Bäume, um sie direkt von den Zweigen zu pflücken, bevor sie auf die Erde fallen und von anderen Tieren verzehrt werden.

 

Im Herbst sucht das Wildschwein in denselben Wäldern Nahrung wie der Bär und wird dadurch zu einem gefährlichen Nahrungskonkurrent. Darüberhinaus können die Wildschweintreibjagden Störungen für den Bären verursachen, gerade dann, wenn er Ruhe für seine Nahrungssuche braucht, um den bevorstehenden Winter überleben zu können. Die Fettreserven der Bärinnen beispielsweise sind eine entscheidende Voraussetzung für die Fortpflanzung sowie für das weitere Überleben der Jungbären.

 

Espino albarDer Bär verzehrt im Herbst auch fleischige Früchte wie die der Vogelbeere, des Weissdorns oder auch Hagebutten der Wildrosen. 

Im November oder Dezember wird das Klima rauher und der Bär verringert seine Aktivität. Sein Ruhelager bereitet er sich in den Pyrenäen aus Fichtenzweigen und aus Buchsbaum- oder Ginsterzweigen in der Kantabrischen Gebirgskette, um sich vor der Feuchtigkeit zu schützen. Die Nahrung wird knapp in den Bergen und die Viehherden sind jetzt in den Tälern oder in den winterlichen Aufstallungen, um dort die härteste Zeit des Winters zu verbringen.

 

 

WINTER

Cueva-oseraDer Bär bereitet seinen Winterschlaf vor. Er gräbt sich eine Höhle an einem ruhigen und für den Menschen schwer zugänglichen Ort oder nutzt eine natürliche Höhle an einem Steilhang, deren Eingang er mit Zweigen tarnt oder durch die ersten Schneefälle verdecken lässt. Dieses Refugium ist klein, um darin stets eine Temperatur über dem Gefrierpunkt halten zu können, wie in einem Iglu. Die trächtigen Bärinnen verbringen den Winter in einer Höhle und bringen hier ihre Jungen zur Welt und säugen sie. In der Höhle richtet sich der Bär ein Lager aus Pflanzenmaterial her, auf dem er sich einrollt und schläft. Zwischen Dezember und Januar ziehen sich die Bären in ihre Höhlen zum Winterschlaf zurück. Mit dem Einbruch des Winters wechseln Rehe und Hirsche in tiefergelegene Bereiche oder auf sonnenexponierte Hänge über. Die Überlebensstratetgien der Wildfauna sind unterschiedlich: Die Einen wandern in wärmere Breitengrade ab, Andere suchen die geschütztesten Zonen auf, wieder andere vermeiden den Kampf gegen die Kälte und den Nahrungsmangel und überwintern, wie der Igel und das Murmeltier. Das Leben im Hochgebirge reduziert sich auf reines Überleben.

 

Der Bär meidet den Menschen, er ist hauptsächlich nachtaktiv und bleibt zumeist unbemerkt, ausser wenn er hin und wieder ein Haustier reisst oder einen Bienenstand auseinandernimmt. Es ist fast unmöglich, ihn tagsüber zu beobachten. Die starken Schneefälle lassen den Bären sich in seine Höhle zurückziehen, wo er zunehmend in Lethargie gerät. Der Schlaf des Bären ist nicht tief, er nimmt plötzliche Temperaturänderungen im Aussenbereich wahr und kann flüchten, wenn er sich durch den Menschen gestört fühlt. Seine Körpertemperatur vermindert sich um 3 bis 5 ºC, auch seine Herzschlag- und Atemfrequenz nehmen ab. Durch das Fehlen der Nahrung schliesst sich sein Verdauungstrakt. So überlebt der Bär die Zeit zwischen Dezember und April, wobei er 75% seines normalen Energieverbrauchs auf Kosten der Fettreserven einspart.

 

Bei Ankunft des Frühjahres nimmt der Bär einen Anstieg der Aussentemperatur wahr und erwacht erneut. In milden Wintern mit reichlicher Nahrung des vorhergegangenen Herbstes macht der eine oder andere Bär einen Ausflug ins Freie. Drinnen sind die Jungbären mitten im Winter geboren worden und verlassen die Höhle nicht vor Mai, dann wenn sie alt genug sind, unter Anleitung ihrer Mutter zu lernen, ein Bär zu sein, aber viel Zeit widmen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung - dem Spiel.

  
Dies ist ein Auszug aus der Monografie zum Bären, die im Heft Nr. 119 der Zeitschrift Quercus (Januar 1996) veröffentlicht  und gemeinsam von FIEP und FAPAS erarbeitet worden ist.

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