FAPAS -Heute

  12 December 2006 

   

Bericht über die Fortpflanzung des Gänsegeiers (Gyps fulvus) in den Kolonien des Trubia-Tales in Asturien - Jahr 2006.

   

Die Gruppe der im Trubia-Tal lebenden Geier verteilt sich zu beiden Seiten des Tales auf verschiedene Nistplätze über ein Gebiet von ca. 1.300 ha in den asturianischen Gemeinden Proaza und Quirós. Es ist die einzige bekannte Fortpflanzungsgruppe außerhalb der größeren Kolonien, die vorzugsweise in den ca. 80 km entfernten Picos de Europa leben. Seit einigen Jahren gibt es auch Informationen über ein Geierpärchen im Naturpark Somiedo, die westlichste der bekannten Fortpflanzungsgegenden dieser Art in der Kantabrischen Kordillere.

Soweit bekannt ist, besteht die Geierkolonie im Trubia-Tal derzeit aus ca. 60 Exemplaren, seit diese Spezies von FAPAS in den achtziger Jahren in der benachbarten Gemeinde Teverga wieder angesiedelt wurde. Seitdem hat sich die Kolonie auf natürliche Weise dadurch vergrößert, dass sich Artgenossen aus den Picos de Europa entlang der Kordillere auf Nahrungssuche begeben haben.

NAHRUNGSERGÄNZUNG

Im Jahr 2006 hat FAPAS erneut den Futterplatz Navaliegos in der Gemeinde Santo Adriano, mit Tierkadavern bestückt. Dies war erst möglich, nachdem wir von der zuständigen Behörde die Erlaubnis erhalten hatten eine kleine Zufahrt dorthin anzulegen. Hauptanliegen dieser Zufütterung war die Sicherung des Nachwuchses und konzentrierte sich auf einen Monat vor und zwei Monate nach dem Schlüpfen der Küken. Ab und zu wurden auch Wildschweinkadaver aus Treibjagden in den umliegenden Jagdrevieren abgelegt, die uns vom Amt für Umwelt in Oviedo überlassen wurden. Die Unterstützung war nicht sehr intensiv, jedoch zielgerichtet, denn Ziel war, dass den Geiern vor allem in der kritischen Phase des Schlüpfens und der Hege genügend Nahrung zur Verfügung steht. Insgesamt wurden nicht mehr als 2,5 t Tierkadaver ausgelegt.

Trotz des geringen Aufwands sind die Ergebnisse zufriedenstellend, denn am Ende der Fortpflanzungsperiode wurden fast dieselben Ergebnisse erzielt wie in den vorangegangenen Jahren.

Zum Vergleich haben wir die Daten aus 2006 mit dem Jahr 2004 verglichen

  

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone VY

Datum

VY1

VY2

VY3

VY4

VY5

           
23-Januar-2006

2 Erwachsene

2 Erwachsene

1 Erwachsenes

 

1 Erwachsenes

24-Januar-2006

2 Erwachsene

2 Erwachsene

2 Erwachsene

 

2 Erwachsene

06-Februar-2006  

Incubando

1 Erwachsene

 

2 Erwachsene

10-Februar-2006

Brütend

Brütend

2 Erwachsene

 

2 Erwachsene

24-Februar-2006

Brütend

Brütend

(colocación)

Brütend

 

¿?

13-März-2006

Brütend

Brütend

Brütend

 

Bewegung Erwachsenes im Nest

23-März-2006

Brütend

Brütend

Brütend

 

¿?

28-März-2006

Brütend

Brütend

Brütend

 

¿?

10-April-2006

Küken

Pollo

nichts

 

Erwachsenes im Nest

13-April-2006

Küken

Küken

nichts

 

 

¿?

15-April-2006

Küken

Küken

nichts

 

 

Erwachsenes kommt

23-April-2006

Küken

Küken

---

 

Erwachsenes

09-Mai-2006

Küken

Küken

   

Küken

05-Juni-2006

Küken

Küken

   

Küken

22-Juni-2006

Küken

Küken

   

Küken

01-August-2006

Küken

Küken

   

Küken

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone T

Datum

T2

T3

10-Februar-2006

Brütend

Brütend

15-April-2006

Brütend

Brütend

23-April-2006

Brütend

Brütend

22-Mai-2006

Küken

Küken

23-Juni-2006

Küken

Küken

07-Julio-2006

Küken

Küken

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone PI

Datum

PI 1

PI 2

PI 3

PI 4

PI 5

PI 6

PI 7

               
               
               
03-März-2006

Brütend

Brütend

 

Brütend

Brütend

Brütend

Brütend

29-März-2006

Brütend

Brütend

 

Brütend

Brütend

Brütend

Brütend

08-Mai-2006

nichts

Küken

 

nichts

Küken

Küken

Küken

05-Juni-2006

nichts

Küken

 

nichts

Küken

Küken

Küken

04-Agosto-2006  

Küken

   

Küken

Küken

Küken

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone C

Datum

C11

C12

     
03-April-2006

Brütend

Brütend

15-April-2006

Brütend

Brütend

23-April-2006

Brütend

Brütend

05-Juni-2006

Küken

nichts

     

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone V

Datum

V1

V2

 

Schmutzgeier

 
           
           
11-April-2006

Brütend

Brütend

 

Erwachsenes kommt ins Nest

 
13-Abril-2006

Brütend

Brütend

 

Nein

 
15-Abril-2006

Brütend

Brütend

 

Erwachsenes kommt ins Nest

 
23-Abril-2006

Brütend

Brütend

 

Erwachsenes kommt ins Nest / verlässt Nest

 
22-Mai-2006

Küken

Küken

     
23-Junio-2006

Küken

Küken

     

Kontrolle der Geiernester im Trubia-Tal
Jahr 2006
Zone A

Datum

A1

10-Februar-2006

Brütend

22-Mai-2006

Küken

07-Julio-2006

Küken

Seguimiento de los nidos de buitre ubicados en el Valle del Trubia
Año 2006
Zona VLL

Datum

VLL1

   
11-April-2006

Brütend

22-Mai-2006

Küken

01-Agosto-2006

Küken

Cuadro resumen de los nidos y de pollos volantones en el año 2006

Bezeichnung

Brut

flügges Küken

     

VY1

JA

JA

VY2

JA

JA

VY3

JA

NO

VY4

---

 

VY5

JA

JA

     

T2

JA

JA

T3

JA

JA

     

PI1

JA

NO

PI2

JA

JA

PI3

---

 

PI4

JA

NO

PI5

JA

JA

PI6

JA

JA

PI7

JA

JA

     

C11

JA

JA

C12

JA

NO

     

V1

JA

JA

V2

JA

JA

     

A1

JA

JA

     

VLL1

JA

JA

     
     

Insgesamt

18

14

     
Fortpflanzungsergebnis = Anzahl flügger Küken / Anzahl Pärchen mit Gelege

Fortpflanzungsergebnis = 14/18 = 0,77.

Die Überlebensrate wird auf 77,78% geschätzt.

Vergleichsdaten 2004 und 2006.

JAHR 2004

Fortpflanzungsergebnis: 0,40 - Überlebensrate 40%

JAHR 2006

Fortpflanzungsergebnis: 0,77 - Überlebensrate 77,78%

SCHLUSSFOLGERUNG

Allem Anschein nach konnte durch die gezielte Zufütterungsmaßnahme ein weiterer Artenrückgang infolge von Paarungsinaktivität aufgrund von Nahrungsmangel vor allem während der kritischen Fortpflanzungsperiode erfolgreich vermieden werden. Dieser Mangel an Nahrung beruht zum einen auf der Jahreszeit, zu der wenig Vieh in den Bergen weidet, und zum anderen auf der strengen EU-Vorschrift zum Abtransport sämtlicher Tierkadaver zur Vermeidung der Verbreitung der BSE-Seuche.

Diese Erfahrung zeigt die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrolle und sofortiger gezielter Intervention, um eine Destabilisierung von Artenbeständen zu verhindern, wie in diesem Fall die des Gänsegeiers, einem Aasgeier, für dessen Überleben auch das Vorhandensein von Viehkadavern eine wesentliche Rolle spielt.

   

DER AUTOR,
Luis García Fernández


luis
Lebt seit 4 Jahren im Dorf Trubia und koordiniert die Zählung der Geier.
Digiscopingtechnik, d.h. die Verwendung von Spektiven als Teleobjektiv für Digitalkameras, ermöglicht es, mittels Bildmaterial den genauen Standort jedes Nestes zu bestimmen


Die Zufütterung kann auch mittels Schlachtabfällen aus Schlachtereien erfolgen

Exemplare von Gänsegeiern, die in den neunziger Jahren wieder angesiedelt wurden

Bergpanorama rund um das Trubia-Tal, wo FAPAS das Programm zum Schutz der Aasgeier durchführt.

 

 

Traducción: Susanne Franken

FAPAS